Die Prateser Konjunktur
unter der Leitung des Forschungsbüros der Prateser Industriegesellschaft - Januar 2009
Die negative Spirale "Anfrageverminderung - Produktion - Stellenabbau - Chancenverschlechterung - weiterer Auftragsrückgang", welche durch die Flutwelle der Finanz- und Immobilienkrise der USA im August 2007 in gang gesetzt worden ist, hat sich progressiv im Laufe des Jahres 2008 noch weiter hinab bewegt, im Gleichschritt mit der darauf folgenden Zerstärung des Reichtums, mit der Krise eines Großteils des Bank- und Finanzsystems, mit ihrer verminderten Kreditgewährung, die den Monetarpolitiken der Zentralbanken, welche sich immer ausdehnender geäffnet haben (bis zur Entscheidung des Nullzins der FED in den USA) entgegengewirkt haben. Die "reelle" Krise hat in erster Linie die Industrie betroffen, wo sie einen der verheerendsten Produktionsabfälle seit der Nachkriegszeit hervorgerufen hat. Die am schlimmsten betroffenen Sektoren sind die der Investitionsgüter, der dauerhaften Konsumgüter (besonders jene mit großem Einzelwert, wie Automobilien) aber auch solche von mittlerer Konsumdauer (wie die Bekleidung) und die Zwischengüter dazu (in der Betriebskette stehen besonders die der Endprodukte in unsicherer Erwartung der Auftragsvolumen, was natürlich proportional auf die vohergehenden Betriebe zurückschlägt). Diese negativen Voraussetzungen haben ganz besonders den Textilsektor betroffen. In der Tat hatte sich der Produktions- und Exportrückgang schon im Laufe des Jahres 2008 gezeigt, wie aus den Angaben des Sistema Moda Italia ersichtlich ist (-12,1% im Export der Baumwolle- Leinen Betriebskette in der Zeitspanne Januar-September 2008 im Verhältnis zu 2007, -10,0% in der Betriebskette der Wollprodukte).
Der Prateser Textildistrikt
Die Auswirkungen der Krise haben alle Textilbereiche betroffen und fühlbare Exportverminderungen hervorgerufen. Zwischen Januar und September 2008 im Vergleich zur gleichen Zeitspanne in 2007 ist der Export der Produkte des Prateser Textildistrikts um 10,7% im Wert gesunken, der von Biella um 6,2%, der von Como um 3,3%, der von Bergamo um 15,2%.
Bezüglich der ausländischen Märkte ist der Vertrieb von Geweben, Maschenwaren und anderen Textilien in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 auf allen Märkten negativ ausgefallen, angefangen mit dem "schwierigen" Kunden Deutschland (-13,1%). Besser der Export nach China (+6,7%) und der nach Russland (+4,9%), welche zusammen 6,8% des Gesamtexports der Prateser Textilien ausgemacht haben. Was den Beginn eines neuen Wirtschaftsaufschwung betrifft, so hat eine Stichprobenumfrage bei den Betrieben ergeben, dass 19,4% der befragten Unternehmer der Meinung ist, eine Verbesserung würde ab Ende 2009 eintreten, 58,3% erwarten sie für das Jahr 2010; 22,2%, die pessimistischsten unter ihnen erst nach 2010.
Angesichts des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs, welcher auf jeden Fall zu erwarten ist, hält der Prateser Textildistrikt seine Position im italienischen Mode/Textil Bereich mit der Herstellung von unnachahmbaren Artikeln, was Forschung, Kreativität und Qualität betrifft, mit einer immer häheren Leistung im Bezug auf personalisierte Läsungen, Flexibilität und Kundendienst.
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